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      Ich kann mir deswegen gut vorstellen, daß die Anwälte immer versuchen, die Kunden zu einer Rückabwicklungsklage zu animieren, auch wenn diese ausschließlich nur an einer kleineren "Schadensregulierung" interessiert sind. Sind die Kunden damit gut vertreten und wäre dies rechtens?
      Immer eine Handbreit Gelände unter 'm Pneu!
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      Fördegleiter schrieb:

      Interessant. Für mich als juristisch Interessierten: Wären in diesem Falle die Verfahrenskosten noch erträglich klein? Ansonsten würde es wohl kaum zu funktionierenden Vergleichangeboten in diesem Stadium kommen, oder?
      Die Höhe der Verfahrenskosten richtet sich nach dem Klageantrag, die Verteilung hingegen nach dem Ausmaß des Obsiegens. Bei einem Vergleich kann die Kostenverteilung allerdings frei geregelt, also von der üblichen Verteilung abgewichen werden. Wird also eine Kaufpreisrückzahlung von 15.000 Euro gegen Rückgabe des Fahrzeugs eingeklagt, so hat es auf die Höhe der insgesamt entstehenden Verfahrenskosten keinen Einfluss, wenn VW eine Entschädigung von 3.000 Euro ohne Fahrzeugrückgabe anbietet und der Kläger das Angebot annimmt. Berechnungsbasis für die Höhe sind und bleiben die eingeklagten 15.000 Euro, also nicht etwa nur die 3.000 Euro.

      Bei so einem Vergleich erfolgt dann üblicherweise eine Kostenverteilung von 4/5 zu 1/5 entsprechend dem Anteil, den der Kläger erhält. Jedoch kann in dem Vergleich auch eine andere Verteilungsregelung getroffen werden, die auch so weit gehen kann, dass eine der Parteien die ganzen Verfahrenskosten trägt.

      Im Fall von quattrator bedeutet dass, dass das von minoschdog prognostizierte Angebot einer Entschädigung von 3.000 Euro dann interessant sein kann, wenn in dem Vergleich die Regelung getroffen wird, dass VW die Verfahrenskosten in voller Höhe alleine trägt. Dann wären die 3.000 Euro sozusagen brutto = netto. Bei einer Aufteilung 1/5 zu 4/5 würde der Kläger hingegen 3.000 Euro erhalten, müsste aber von den Verfahrenskosten von rund 4.800 Euro 4/5, also 3.840 Euro selbst tragen, was einen Verlust von 840 Euro bedeutet. Ein solcher Vergleich wäre natürlich ziemlich blöd, weshalb man, wenn VW in einem Verfahren, das auf Rückzahlung des Kaufpreises gerichtet ist, eine pauschale Entschädigung anbietet, immer verlangen sollte, dass VW die Verfahrenskosten in voller Höhe übernimmt.

      Andreas
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      Danke, Floflo, für die klärenden Antworten! Wie Du schon vorher gesagt hast, belasten in jedem Fall also die Verfahrenskosten auch den Kläger, denn der Beklagte müßte in seinen Vergleichsüberlegungen auch mehr oder weniger die Kosten berücksichtigen. Wie würdest Du meinen letzten Beitrag kommentieren? Die stark ausgelasteten Anwälte werden kaum einen richtig guten und individuellen Job in dieser Thematik leisten können...
      Aber so sollte doch auch im Falle eines Vergleichs eine für alle Parteien akzeptablere Lösung zu finden sein, als das extreme Klageziel der Rückgabe, wenn der Wagen alternativ auch weitergefahren werden kann. Vermutlich werden dann natürlich die Berufsjuristen am meisten davontragen.
      Immer eine Handbreit Gelände unter 'm Pneu!

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Fördegleiter ()

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      Bei Aussicht auf günstigen Verfahrensverlauf für den Kläger könnte doch ein Vergleich derart ausfallen:
      Der Klager erhält eine überschaubare niedrige 4-stellige Finanzspritze und VW braucht nicht den Kaufpreis plus die gesamten Verfahrenskosten tragen und hat keinen Gebrauchtwagen an der Hacke. VW zahlt effektiv nur eine hohe 4-stellige Summe.
      Immer eine Handbreit Gelände unter 'm Pneu!
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      Fördegleiter schrieb:

      Bei Aussicht auf günstigen Verfahrensverlauf für den Kläger könnte doch ein Vergleich derart ausfallen:
      Der Klager erhält eine überschaubare niedrige 4-stellige Finanzspritze und VW braucht nicht den Kaufpreis plus die gesamten Verfahrenskosten tragen und hat keinen Gebrauchtwagen an der Hacke. VW zahlt effektiv nur eine hohe 4-stellige Summe.
      Die Verfahrenskosten spielen bei Vergleichen eine nicht unerhebliche Rolle, werden aber häufig unterschätzt. Besonders Kläger oder Beklagte, die nicht oder schlecht anwaltlich vertreten sind, erleben bei einem Vergleich hinterher oft eine böse Überraschung, wenn ihnen die Verfahrenskosten präsentiert werden. Daher ist es wichtig, dass einem der Anwalt vor Einwilligung in einen Vergleich die für den Mandanten anfallenden Verfahrenskosten erläutert.

      Was die Verfahren gegen VW anbetrifft, ist die Fahrzeugrücknahme gegen Erstattung des Kaufpreises, der nur um eine im Vergleich zum Wertverlust viel niedrigere Nutzungsentschädigung gekürzt wird für VW eine ganz schlechte Lösung. Aus diesem Grund bietet VW häufig eine pauschale Entschädigung an und ist bereit dennoch zumindest einen Großteil der Verfahrenskosten zu übernehmen. Selbst mit den Verfahrenskosten kann das für VW immer noch günstiger sein als die Fahrzeugrücknahme. Es lohnt sich also durchaus, um die Verfahrenskosten zu feilschen, denn auch so manchem Kläger gegen VW ist eine pauschale Entschädigung lieber als der Verlust des Fahrzeugs.

      Letztlich kommt das aber immer auf den Einzelfall an. Die Fahrzeugrücknahme ist für VW immer dann besonders ungünstig (und für den Kläger günstig), wenn das Fahrzeug schon älter ist, aber erst wenig Km auf dem Tacho hat. Das liegt daran, dass der Wertverlust sich aus gefahrenen Km und Alter des Fahrzeugs berechnet, die Nutzungsentschädigung aber nur aus den Km. Ein zehn Jahre alter Golf, den ein Rentner gefahren hat, der das Fahrzeug nur mal gerade für Fahrten zum Supermarkt benutzt hat und der daher erst 10.000 Km auf dem Tacho hat, ist auf dem freien Markt nicht mehr viel wert, bei Berechnung der Nutzungsentschädigung würde aber gerade einmal 1/25 vom Kaufpreis abgezogen.

      Andreas
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      Fördegleiter schrieb:

      Sicher, aber bei einem Vergleich sollten die Parteien doch ihren Wünschen folgen, oder?
      Einem Vergleich können sich die beiden streitenden Parteien anschließen, müssen sie aber nicht.

      Vor der Beauftragung des Anwaltes sollte man daher die möglichen Verfahrenskosten betrachten und auch prüfen ob diese durch eine RV, auch bei einem Vergleich, übernommen werden.
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