Rettungsgasse - ab wann ist sie zu bilden?

    • [ Gesetz ]

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    Sponsoren



    Umfrage

    Soll sich @berme (wieder) einen Yeti kaufen oder ist er mit einem Karoq besser bedient?

    Insgesamt 56 Stimmen

    Das Ergebnis ist nur für Teilnehmer sichtbar.

    Sponsoren



    • Gestern auf der A 12

      Gestern kam ich auf der A 12 in einen Stau, es wurde eine halbwegs vernünftige Rettungsgasse gebildet, nur wenige Auto-/Lkw-Fahrer wussten nicht, wie das geht.
      Auf Höhe des Unfalls sah ich, dass noch keine Rettungsdienste vor Ort waren, der aufgefahrene PKW fing gerade an zu brennen, der Fahrer war bereits aus dem Auto geholt worden und wurde in ca 6 - 7 m Entfernung vom Fahrzeug betreut.
      Zufällig war die Autobahnmeisterei vor Ort und konnte den Unfall absichern.
      Ich unterstützte bei der ersten Hilfe und war erstaunt, wie schnell sich so ein Fahrzeugbrand verstärkt. Als mein Rücken langsam warm wurde entschloss ich mich zu einer "Crashrettung", obwohl der ansprechbare Patient offensichtlich Knochenbrüche und innere Verletzungen hatte. Zu dritt schleppten wir den Mann weiter aus der Gefahrenzone.
      Ich gehöre nicht zum Rettungsdienst und kam zum ersten Mal in so eine "brenzliche" Situation. Später hat mir ein Retter bestätigt, dass das so in Ordnung war.
      Meine Erkenntniss: So ein Scheiß kann Jedem überall passieren.


      Grüße
      Bernd
      ........


      "Das Auto ist erfunden worden, um den Freiheitsspielraum des Menschen zu vergrößern, aber nicht, um den Menschen in den Wahnsinn zu treiben"

      Enzo Ferrari
    • Käfer62 schrieb:

      Meine Erkenntniss: So ein Scheiß kann Jedem überall passieren.
      Ja das stimmt, das kann wirklich jedem passieren. Mir ist es auch schon einmal passiert, als ein Smart auf abschüssiger, offenbar glatter Straße ins Schleudern kam und genau vor mir einen Abflug auf einen angrenzenden Acker machte und sich dabei gleich mehrfach überschlug und schließlich auf der Seite liegen blieb. Der Unfall sah schlimm aus und ich befürchtete das Allerschlimmste. Ich hielt an und lief zum Unfallfahrzeug und war erstaunt, dass die Fahrgastzelle des kleinen Smart Cabrio bis auf "Schürfwunden" nahezu unbeschädigt war und auch die junge Fahrerin bis auf eine kleine Verletzung an der Hand äußerlich keine Verletzungen hatte, allerdings deutlich unter Schock stand, weshalb ich den Rettungsdienst benachrichtigte, nachdem die Frau durch das geöffnete Faltdach das Fahrzeug verlassen konnte. Ich war froh, dass nicht mehr passiert war, fühlte mich aber dennoch ziemlich hilflos. Zum Glück waren die Rettungskräfte sehr schnell vor Ort und betreuten dann die Fahrerin. Dennoch, so etwas braucht kein Mensch.

      Doch zum eigentlichen Thema Rettungsgasse. Es ist erfreulich, dass sie in deinem Fall einigermaßen funktioniert hat. Meine Erfahrungen sind da leider anders. Ich habe zwar auch feststellen können, dass die Fahrer auf der linken Spur sich mehr zum Mittelstreifen einordnen, also ihrerseits das Notwendige tun, damit eine Rettungsgasse gebildet wird, die Fahrer auf der rechten (oder mittleren) Spur jedoch nicht nach rechts fahren bzw. das erst tun, wenn von hinten Rettungsfahrzeuge nahen und dann klappt das meistens nicht mehr so richtig. Mir scheint, dass viele immer noch nicht verinnerlicht haben, dass bei jedem Stau ausnahmslos immer eine Rettungsgasse zu bilden ist, also auch, wenn Ursache des Staus z.B. eine Baustelle ist. Obwohl in den Medien bei Staumeldungen immer wieder auf das Bilden einer Rettungsgasse hingewiesen wird, fehlt leider die Information, dass dies immer zu geschehen. Ein knackiger Slogan wie "Kein Stau ohne Rettungsgasse" wäre da hilfreich. Damit das Bilden einer Rettungsgasse in Zukunft besser klappt, ist wohl noch einiges an Aufklärungsarbeit erforderlich.

      Andreas
    • floflo schrieb:

      Obwohl in den Medien bei Staumeldungen immer wieder auf das Bilden einer Rettungsgasse hingewiesen wird, fehlt leider die Information, dass dies immer zu geschehen.
      Hilfreich wäre auch eine gesetzliche Verpflichtung der "Navi-Hersteller" und "Navi-app-Betreiber", bei einem angezeigten Stau automatisch den Hinweis auf die Rettungsgasse anzuzeigen.
      Und das auf EU-Ebene! :thumbsup:
      Software-technisch dürfte das kein Problem sein.


      Grüße
      Bernd
      ........


      "Das Auto ist erfunden worden, um den Freiheitsspielraum des Menschen zu vergrößern, aber nicht, um den Menschen in den Wahnsinn zu treiben"

      Enzo Ferrari
    • Keine Ahnung, ob das hier schon Gegenstand der Diskussion war.

      In Österreich und Tschechien wird z.B. die Rettungsgasse auf dreispurigen Straßen zwischen der rechten und der mittleren Fahrspur gebildet.
      In anderen Ländern (z.B. GB, S) soll übrigens keine Rettungsgasse gebildet werden, da dort die Rettung über den Standstreifen erfolgt. Der Standstreifen ist daher unbedingt freizuhalten! (im Gegensatz zu Deutschland).
      Ich tippe mal darauf, dass es beim Großteil der europäischen Nachbarländer keine Rettungsgasse gibt und der Standstreifen genutzt wird. Demnach verhalten sich die Lkws auf der rechten Spur meistens so, wie sie es von den anderen Ländern her kennen.
      Vielleicht müsste hier eine gemeinsame europäische Regelung gefunden werden?


      Zudem habe ich den Eindruck, dass in den letzten Jahren die Fahrspuren auf den Autobahnen enger geworden sind (und die Fahrzeuge breiter), so dass selbst auf der rechten Spur bis zum Standstreifen und auf der linken Spur bis zur linken Markierung der Platz in der Mitte meist nicht mehr reicht.


      LG
      Mi-go


      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von mi-go ()

    • mi-go schrieb:

      In Österreich wird z.B. die Rettungsgasse auf dreispurigen Straßen zwischen der rechten und der mittleren Fahrspur gebildet.
      Wie kommst du denn darauf? Auch in Österreich wird bei dreispurigen Fahrbahnen die Rettungsgasse zwischen dem linken und dem mittleren Fahrstreifen gebildet.

      asfinag.at/verkehrssicherheit/…-unterwegs/rettungsgasse/

      Anders ist in Österreich, dass der Pannenstreifen (bei uns Standstreifen) zur Bildung der Rettungsgasse mitbenutzt werden soll. Das ist deshalb bemerkenswert, weil die Gesetzeslage in Deutschland und Österreich gleich ist. In beiden Ländern darf der Pannen/Standstreifen grundsätzlich nicht zum Befahren benutzt werden. Während bei uns nach der Divise gehandelt wird "Gesetzt ist Gesetz und Gesetze sind dazu da, dass sie befolgt werden", ist man in Österreich flexibler und sieht das Bilden einer Rettungsgasse zur Rettung von Menschenleben als höherrangiges Schutzgut an, das das Befahren des Pannenstreifens in diesen Fällen entgegen dem Gesetzeswortlaut rechtfertigt.

      Sarkasmus ein: Bei uns lässt man Unfallopfer lieber verrecken als dass man es zulässt, den Standstreifen zum Bilden einer Rettungsgasse freizugeben. Sarkasmus aus

      Überhaupt kann ich bei so wichtigen Dingen wie das Bilden einer Rettungsgasse nicht nachvollziehen, dass es in den EU-Ländern so unterschiedliche Regelungen gibt. Die EU kümmert sich um jeden Scheiß. Da dürfen z.B. jetzt Pommes Frites einen bestimmten Bräunungsgrad nicht überschreiten oder bestimmte Kartoffelsorten nicht mehr angebaut werden, aber eine EU-einheitliche Regelung zur Bildung einer Rettungsgasse bekommt man nicht hin. :Bangbang:

      mi-go schrieb:

      In anderen Ländern (z.B. GB, S) soll übrigens keine Rettungsgasse gebildet werden, da dort die Rettung über den Standstreifen erfolgt. Der Standstreifen ist daher unbedingt freizuhalten! (im Gegensatz zu Deutschland).
      Wenn der Standstreifen konsequent und ausnahmslos freizuhalten ist, bedeutet das ja, dass im Falle einer Panne die Fahrzeuge auf der Fahrbahn zu verbleiben haben. Das wäre ja total bekloppt und zudem sau gefährlich, so dass ich mir das eigentlich nicht vorstellen kann. Dürfen aber Pannenfahrzeuge auf dem Standstreifen abgestellt werden, hätte man die gleiche Rechtslage wie bei uns.

      Andreas
    • Ich habe die Gesetzeslage zu Österreich nochmals nachgelesen. @floflo hat da vollkommen Recht. Die Rettungsgasse ist zwischen der linken Spur und den anderen Spuren zu bilden. Die Aussage des größten deutschen Automobilclubs war da etwas "ungenau".
      Die Aussage zu Tschechien ist aber soweit inhaltlich richtig.


      floflo schrieb:

      Sarkasmus ein: Bei uns lässt man Unfallopfer lieber verrecken als dass man es zulässt, den Standstreifen zum Bilden einer Rettungsgasse freizugeben. Sarkasmus aus
      Das ist nichts neues. Beispiel öffentliche Gebäude: Bei einem Brand ist das Gebäude umgehend zu verlassen. Rollstuhlfahrer dürfen im Brandfall aber nicht den Fahrstuhl benutzen. Aus Versicherungsgründen dürfen sie auch nicht getragen werden. Folglich müssen sie im Gebäude verbleiben. Dazu ist von ihnen ein zugewiesener Schutzraum aufzusuchen (i.d.R. das Treppenhaus!!!), aus dem sie dann von den Rettungskräften - sofern diese zu ihnen vordringen können - professionell gerettet werden. =O


      floflo schrieb:

      Wenn der Standstreifen konsequent und ausnahmslos freizuhalten ist, bedeutet das ja, dass im Falle einer Panne die Fahrzeuge auf der Fahrbahn zu verbleiben haben. Das wäre ja total bekloppt und zudem sau gefährlich, so dass ich mir das eigentlich nicht vorstellen kann.
      Die Chance, dass bei einem Notfall der Standstreifen durch ein Pannenfahrzeug blockiert ist, wird so hoch nicht sein. Zumindest habe ich dieses weder in S, noch in GB erlebt. Wichtig ist in meinen Augen zu wissen, dass der Standstreifen für die Rettung benutzt wird. Dann kann man im Falle eines liegengebliebenen Fahrzeugs auch Platz lassen.


      LG
      Mi-go


    • mi-go schrieb:

      Die Chance, dass bei einem Notfall der Standstreifen durch ein Pannenfahrzeug blockiert ist, wird so hoch nicht sein.
      Was willst du damit jetzt sagen? Dass man den Standstreifen in GB und S im Pannenfall doch mitbenutzen darf? Die Regelung, dass der Standstreifen für Rettungsfahrzeuge bestimmt ist, ist in meinen Augen eine etwas zweischneidige Angelegenheit. Vorteilhaft ist, dass Rettungsfahrzeuge über einen freien Standstreifen schneller ans Ziel gelangen als über eine mehr oder weniger gut gebildete Rettungsgasse. Nachteilig ist, dass, wenn dann der Standstreifen durch ein Pannenfahrzeug blockiert ist, nichts mehr geht. Das mag selten vorkommen, aber es kommt vor. Wenn ich jetzt Vor- und Nachteile abwäge, ist die Rettungsgasse die bessere Lösung, wenn sie funktioniert. Funktioniert sie hingegen nicht, wie das in Deutschland nach meinen Feststellungen leider immer noch sehr häufig der Fall ist, ist die Gefahr eines blockierenden Autos auf dem Standstreifen sicherlich das kleinere Übel, die Standstreifenlösung also der bessere Weg. Am besten scheint mir die österreichische Lösung mit einer Rettungsgasse unter Einbeziehung des Standstreifens. Jedenfalls scheint das in Österreich ganz gut zu funktionieren, was sicherlich nicht daran liegt, das die Autofahrer in D so viel blöder sind als die in Österreich.

      Andreas
    • Käfer62 schrieb:

      Ich unterstützte bei der ersten Hilfe und war erstaunt, wie schnell sich so ein Fahrzeugbrand verstärkt.
      Wenn im brennenden Auto schon das "Killerkältemittel 1234yf" verwendet wird, dann besteht für alle in der Nähe befindlichen Lebensgefahr .

      MfG.



      ...man muss kein Huhn sein, um beurteilen zu können , ob ein Ei schmeckt.



      Malachitgrüner 1.8 TSI - Bj. 2012 - Ambi+
    • floflo schrieb:

      Was willst du damit jetzt sagen? Dass man den Standstreifen in GB und S im Pannenfall doch mitbenutzen darf?
      Ja.
      Hast du in GB eine Panne, dann wartest du auf dem Streifen. In der Regel auf den Abschleppwagen. Da wird nichts vor Ort repariert. In Baustellen steht an den Pannenbuchten sogar dran, welche Nummer zu wählen ist, und dass man auf das Abschleppfahrzeug warten soll.

      Vielleicht liegt diese Regelung (zumindest in GB) daran, dass es viele Behelfszufahrten gibt, die für Versorgungsfahrzeuge benutzt werden. In GB werden Autobahnabschnitte ausschließlich privat betreut (Ausschreibung).

      Was im Fall "Stau, Panne und Rettungseinsatz" genau passiert kann ich dir nicht sagen. Sämtliche Einsatzfahrzeuge fahren zumindest über den Standstreifen, Mehrzweckstreifen, Pannenstreifen, Seitenstreifen. DAS haben wir wiederholt erlebt.

      In Schweden haben wir bislang erst einen (Mega) Stau erlebt (Vollsperrung; Umleitung +60km). Einsatzfahrzeuge, Abschlepper usw. auch alle über den Seitenstreifen. Trotz mehr als 2 Stunden Wartezeit ist dort KEIN anderes Fahrzeug über den Standstreifen gefahren. Allerdings wurde die nächste Behelfsausfahrt (geöffneter Zaun) von ca. 50% der Fahrzeuge genutzt (ging auf angrenzende Landstraße). Auch wurde auf der Autobahn an Stellen, wo der Mittelstreifen (Leitplanke) unterbrochen war auf die andere Fahrbahn gewendet - aber sehr sehr selten (war auch wiederholt sehr gefährlich).


      LG
      Mi-go


    • Nachbrenner

      Käfer62 schrieb:

      Gestern kam ich auf der A 12 in einen Stau...
      Einen kleinen Schnappschuss wollte ich nicht vorenthalten! ;)
      Luftretter kl.jpg
      (Wer mein Auto nicht kennt - der Yeti hinten ;) )
      Das Bild hab' ich gemacht, als der Verletzte ärztlich versorgt und das Feuer gelöscht war!

      Übrigens:
      Die Rotorblätter des H 135 (ehemals EC 135) sind hoch genug, da passt locker ein Yeti mit Antenne drunter! ^^
      Der Pilot hat aber trotzdem bei der Landung aus der offenen "Pilotentür" seinen Landeplatz begutachtet.


      Grüße
      Bernd
      ........


      "Das Auto ist erfunden worden, um den Freiheitsspielraum des Menschen zu vergrößern, aber nicht, um den Menschen in den Wahnsinn zu treiben"

      Enzo Ferrari
    Dieses Forum ist ein privat betriebenes Fanprojekt und steht in keiner Verbindung zur Skoda Auto Deutschland GmbH.